by Simon Schier

Gründe und Ursachen für Haarausfall bei Männern: Warum Du eine Glatze bekommst

In der Dusche findest Du immer mehr lose Haare – und die Stammen au...
Gründe und Ursachen für Haarausfall bei Männern: Warum Du eine Glatze bekommst

In der Dusche findest Du immer mehr lose Haare – und die Stammen auch noch von Deinem Kopf? Wenn Du unter Haarausfall leidest, solltest Du wissen, wie es dazu gekommen ist. Wir schauen uns die gängigen Gründe für kahle Köpfe an und sagen Dir, was Du tun kannst.

First things first: Was ist eigentich Haarausfall?

Kurze Antwort: Haarausfall ist, wenn Deine Haare ausfallen.

Die nicht so kurze (aber hilfreichere) Antwort: Uns fallen täglich Haare aus. Um die 100 Haarleichen landen z.B. beim Duschen im Abfluss. Und das ist völlig normal, denn unsere Haarwurzeln produzieren Haare zyklisch: Sie lassen Haare wachsen (Wachstumsphase), lösen das Haar langsam ab (Übergangsphase) und erholen sich anschließend, um wieder von vorne beginnen zu können (Ruhephase).

Dieser Haarzyklus dauert üblicherweise zwischen 2 und 6 Jahre und wiederholt sich um die 14 mal im gesamten Leben. Anschließend verabschiedet sich die Haarwurzel vollständig und hinterlässt eine kahle Stelle. Von hier aus ist es keine Überraschung, dass wir Männer im hohen Alter fast alle eine Glatze bekommen.

Solltest Du allerdings deutlich mehr als 100 Haare pro Tag verlieren und noch nicht 84 Jahre alt sein, kann ein krankhafter Haarausfall vorliegen, eine Alopezie.

Was sind die häufigsten Ursachen für krankhaften Haarausfall? 

Warum fallen Dir also die Haare aus? In der folgenden Übersicht erklären wir die typischen Gründe für Haarausfall:

Erblich bedingter Haarausfall aka Glatze durch Gene

Die Erklärung: Mit 80 Prozent (!) ist genetisch bedingter Haarausfall die häufigste Ursache für den Kahlschlag auf dem Kopf. Wirf mal einen Blick auf die (nicht) vorhandenen Haare Deiner Opas und Du kannst eine Idee davon bekommen, was Dir blüht.

Der anlagebedingte Haarausfall hängt mit dem Androgen bzw. Sexualhormon Testosteron zusammen: Es bildet das Dihydrotestosteron, welches wiederum bei den Haarwurzeln die Aufnahme des Botenstoffs cAMP blockiert. Auf diesen Botenstoff sind die Haarwurzeln jedoch dringend angewiesen. Das führt dazu, dass sich die Wachstumsphasen der Haarwurzeln verkürzen und die Haardichte chronisch geringer wird.

Weil es mit dem Androgen Testosteron zusammenhängt, sprechen wir bei erblich bedingtem Haarausfall auch von androgenetischer Alopezie.

Die Behandlung: Mithilfe von Medikamenten (Minoxidil oder Finasterid) ist es möglich, dem anlagebedingten Haarausfall entgegenzuwirken. Die haben allerdings Ihren Preis – und damit meinen wir in erster Linie gesundheitliche Risiken. Schau Dir für mehr Infos unseren Beitrag an zur medikamentösen Behandlung von androgenetischer Alopezie.

Diffuser Haarausfall durch Stress

Ein Leben mit Leistungsdruck und emotionalem Stress können zu Haarausfall führen. Besonders bei Frauen gehört Stress mit 40 Prozent zu den häufigsten Ursachen. Wie hängt das zusammen?

Die Erklärung: In aufreibenden, kräftezehrenden Situationen schüttet unser Körper Botenstoffe aus, die sich auf die Haarwurzeln schädlich auswirken. Durch diese Botenstoffe verkürzen die Haarwurzeln die Wachstumsphase des Haars und bringen dadurch den Haarzyklus durcheinander. Die Haare fallen dadurch verfrüht aus und lichten sich diffus. Deswegen sprechen wir hier auch von diffusem Haarausfall.

Die Behandlung: Die gute Nachricht ist, dass Du bei stressbedingtem Haarausfall den Haarzyklus wieder in Ordnung bringen kannst. Die Reduktion von Stress ist die Lösung und Entspannungstechniken eine gute Möglichkeit hierfür. Dazu gehören Atemübungen, Achtsamkeitstrainings, Yoga, Meditation, Muskelentspannung und je nach Typ auch autogenes Training. Inzwischen gibt es einige Apps, die Dir dabei helfen zu entspannen. Headspace ist z.B. eine davon, die Du zu weiten Teilen kostenlos nutzen kannst.

Was Du dabei nicht vergessen solltest: Stress ist nicht gleich Stress. Jeder Mensch geht anders mit schwierigen Situationen um und nicht für jeden ist eine „Selbsttherapie“ per App der richtige Weg. Wenn Du unter stressbedingten Haarausfall leidest, lohnt es sich, ärztliche Beratung zu suchen.

Rauchen und Nikotin verursachen Haarausfall

Noch ein Grund, das Rauchen sein zu lassen. Zigaretten sind nicht nur katastrophal für Deine Haut, sondern auch für Deine Haare. Haarausfall durch Rauchen tritt bei etwa 15 Prozent der Männer auf, die ohnehin eine genetische Veranlagung haben.

Die Erklärung: Tabak und Nikotin hängen aus zwei Gründen mit ungesunden bzw. ausfallenden Haaren zusammen.

  1. Mit dem Tabakkonsum verschlechterst Du die Durchblutung in Deinem Körper, wodurch die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend Nährstoffe erhalten. Ihr Zyklus ist dadurch gestört und Haare fallen aus.
  2. Der Zigarettenqualm umgibt Deinen ganzen Körper und somit auch Deine Haare. Der Rauch reizt einerseits Deine Kopfhaut, andererseits legt er sich auf den Haaren nieder und macht sie kraftlos, matt und stumpf.

Die Behandlung: Hör mit dem Rauchen auf. Wir wissen: Kaum ein Raucher mag diese Antwort hören, aber es bleibt der beste Weg, um eine ganze Menge für die eigenen Haare zu tun. Wer weiterrauchen will, sollte sich von einem Dermatologen beraten lassen. Er könnte mit Medikamenten und Vitaminpräparaten etwas Linderung verschaffen, aber das eigentliche Problem nicht lösen.

Haarausfall durch schlechte Ernährung und Eisenmangel

Die Erklärung: Gehörst Du zum Team Tiefkühlpizza? Das könnte ein Grund sein, dass Du unter diffusem Haarausfall leidest: Eine einseitige bzw. mangelhafte Ernährung führt dazu, dass Deinen Haarwurzeln Nährstoffe fehlen. Sie können dann nicht richtig arbeiten, die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich und in der Konsequenz fallen sie schneller aus.

Übrigens ist die Tiefkühlpizza nicht das einzige Problem bei nährstoffbedingtem Haarausfall: Eine einseitige Ernährung kann auch dann auftreten, wenn Du bestimmte Lebensmittel meidest oder eine strenge Diät durchführst. Vegetariern und Veganern haben z.B. häufig mit Eiweiß- und Eisenmangel zu kämpfen, denn hier bleiben mitunter Eier, Fisch und Fleisch aus.

Die Behandlung: Hast Du in der letzten Zeit mal überprüft, was bei Dir so auf dem Tisch landet? Gibt es Möglichkeiten, ungesunde Gewohnheiten durch eine abwechslungsreiche Kost herauszufordern?

Weil eine gesunde Ernährung sowohl mit gesunden Haaren als auch mit gesunder Haut zusammenhängt, haben wir uns bereits Gedanken hierzu gemacht: Schau Dir unsere Tipps für eine gesunde Ernährung an.

Dysfunktion der Schilddrüse als Grund für Haarausfall

Nahezu jede zweite Person mit einer Schilddrüsenfehlfunktion leidet unter Haarausfall. Frauen sind von dieser Art des Haarausfalls häufiger betroffen.

Die Erklärung: Die Schilddrüse produziert Schilddrüsenhormone und hängt mit dem Haarwachstum eng zusammen. Gerät hier etwas aus dem Gleichgewicht, wirkt sich das auf Deine Haarpracht aus.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beschleunigt die Übermenge an Schilddrüsenhormonen das Haarwachstum, führt aber auch dazu, dass die Ruhephase der Haarwurzel verfrüht einsetzt. Dadurch fallen Deine Haare schneller aus.

Die Behandlung: Hier berät Dich am besten Dein Arzt und macht ein Blutbild, um mehr über Deinen gesundheitlichen Zustand herauszufinden. Denn: Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, wird Haarausfall leider nicht Dein einziges Problem sein.

Andere Ursachen für Haarausfall

Oben haben wir die häufigsten Gründe für Haarausfall intensiver vorgestellt. Trifft keiner auf Dich zu? Dann solltest Du mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin sprechen, denn weitere mögliche Ursachen für Haarausfall sind:

  • Bestimmte Medikamente oder Strahlentherapien (zum Beispiel bei einer Behandlung gegen Krebs, aber auch Mittel gegen erhöhte Blutfettwerte können die Haarwurzeln durcheinander bringen)
  • Infektionskrankheiten (schwere Grippe, Typhus, Tuberkulose, oder auch die Syphilis und Scharlach gehören dazu)
  • Vergiftung durch Schwermetalle (Arsen, Thallium), Zahnfüllungen (Quecksilber, Palladium) oder Toxine (aus Farben, Lacken, Haushaltsgiften, Lösungsmitteln)
  • Chemikalien in Deinem Shampoo, Haarpflegeprodukt oder Stylingprodukt

Du kannst dem Haarausfall vorbeugen oder ihn stoppen?

Wenn Du Dir die Ursachen für Haarausfall oben anschaust, merkst Du: Mit einer gesunden (und rauchfreien!) Lebenseinstellung und einer ausgewogenen Ernährung kannst Du dem Haarausfall entgegenwirken. Das trifft sogar in Teilen zu, wenn Du unter erblich bedingtem Haarausfall leiden wirst.

Also: Sei gut zu Dir und #staysober

Simon

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